WegAus

Zwei Menschen aus unterschiedlichen Lebenslagen treffen sich und haben nur eines gemeinsam: sie wollen einen Ausweg aus ihrem Leben. Sie ist eine Prostituierte, er ein frustrierter Durchschnittsmensch. Als klar wird, dass er eigentlich nicht zu ihr kommt, um Sex zu erwerben, verbringen sie immer wieder gemeinsam Zeit, bis ihr Zuhälter und seine Frau davon erfahren. Obwohl beide in der Möglichkeit ihre jeweiligen Leben gemeinsam hinter sich zu lassen, das Potenzial zur Flucht erkennen, schaffen sie es nicht ihre Erkenntnis in die Tat umzusetzen. Beide Filme schließen sich ineinander, und in der Ausweglosigkeit beginnt der eine Film mit dem Ende des anderen Films, so dass sich die Figuren und die Zuschauer im Kreis bewegen. Die verzweifelte Suche nach einem neuen Standpunkt im Leben in einer althergebrachten Geschichte, die sich nicht den erzählerischen Regeln beugen will.

Die “WegAus” Filme stehen in einem Spannungsfeld von Inhalt und äußerer Form. Während der Inhalt sich an Muster und Bahnen hält, zerfällt die fiktive Erzählweise. Das Schauspiel gerät ohne Emotion, ohne Natürlichkeit aus den Fugen. Die filmische Auflösung steht im krassen Gegensatz zu der Regelhaftigkeit die keinen Bruch erfährt: der Achsensprung vermag keinen neuen Blickwinkel zu schaffen; das Licht beugt sich keinen Vorgaben und beleuchtet doch nichts anderes; die Geräusche kündigen eine Katastrophe an, die nie gezeigt wird. Alles scheint gehemmt, unter ständiger Bedrohung durch eine Außenwelt zu stehen die niemals vorkommt und einer surreal schwarz-weißen, inneren Welt. In diesen kurzen Filmen ist die Kontrastierung von Stilmitteln und Regelbruch das Werkzeug um den Rezipienten aus seinen Sehgewohnheiten zu katapultieren. Die Zusammenarbeit von Yann F. Wilhelm und Tibor Baumann gerät hierbei in starke Anlehnung an die Inszenierung der Theaterstücke von Lenhard Nox.

ca: 2 mal 5 min
ein Wilhelm/Baumann Film
mit: Steffi Baxmann & Jan Christgau
Idee & Buch: Wilhelm/Baumann
Regie/Kamera: Wilhelm/Baumann
Licht: Matteo Colaiani
Ton: Tobias Kaiser
Geräusche: Wilhelm/Baumann
Schnitt: Wilhelm/Baumann
eine Wilhelm/Baumann Produktion
alle Rechte bei Yann F. Wilhelm und Tibor Baumann
© 2009

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