Was ist denn “nun”?

February 18th, 2015 Comments Off on Was ist denn “nun”?

Man sagt ja: neues Spiel neues Glück. Oder auch: neues Jahr, noch ein Versuch. Oder man sagt gar nichts und macht immer weiter.
Nachdem sich letztes Jahr alles ganz anders entwickelte als gedacht oder geplant, gestaltet sich die Planung diesen Jahres, das mittlerweile schon im zweiten Monat ist, auch anders als gedacht. Aber irgendwie sind es doch immer wieder die Dinge, die einen einholen, die Projekte der Vergangenheit und die Arbeit, die man jüngst verfolgt und an der man sich aufgerieben hat um sich schließlich zu entwickeln, die maßgeblich die folgenden und die Folgen beeinflussen.
Außerdem ziehen sich natürlich immer ein paar Stränge aus dem davor liegenden Jahr nicht nur meta – sondern auch ganz physisch in die neu wachsenden und zu pflegenden Wurzeln. Es geht also damit erst einmal weiter:

Der so abgeschlossene Strang ist das Musikvideo und Kurzfilm „A Tale from Vladiwoodstok“, den Tabula Rasa Film direkt nach meiner Arbeit beim Tatort abdrehte. Die Postproduktion und der letztendliche Abschluss durch Fest und Knall und Drink von disem „Tale“ fand noch im Januar diesen Jahres statt, schlich sich also heimlich in das damals noch neue Jahr. So ein Fest, so eine Premiere – oder im Bandjargon „Releaseparty“ – ist eine wichtige Sache, eine Art Geburt, eine Art zu sagen: so, jetz aber – fertig! Damit schließt sich vorerst auch das Kapitel der Arbeit mit den legendären Jungs einer Band mit der wir den Abend gut und schön zerfeiert haben, nachdem wir alle hart an dem kleinen Werk schnitzten und schwitzten.
Auch an zweihundert Gäste geht natürlich der Dank des Abends, wie auch an das gesamten Team von Tabula Rasa, den Schauspielerinnen und Schauspielern und allen Helfern und Unterstützern sowie der Band selbst. (Zwei Artikel aus dem letzten Jahr, die sich mit der tollen Zusammenarbeit mit der Band VLADIWOODSTOK beschäftigen, finden sich hier und hier.)

So. Also abgeschlossen. Aber was ist nun (?) – das ist immer so eine Sache, der man ja auch nur teilweise Herr wird, man kann immer nur bis zu einem gewissen grad voraussehen, was kommen wird, wobei eines schon klar ist: wirklich sicher ist es erst, wenn wir es in den Händen halten – die letzte Klappe gefallen ist. Trotzdem muss man ein wenig vorausdenkend, die Zeit die zur Verfügung steht, planen.
Einige Projekte und Anstrengungen, sind noch in der Hirnrinde oder in nebulösen Gesprächen, Wunschgedanken oder abgefuckte Traumbuden – aber ein paar sind schon greifbar und auch schon dingfest gemacht. Kurzum, hier und im Folgenden ein Ausblick, auf das was ich mit Tabula Rasa und einigen Anderen dieses Jahr so treiben werde. Meine Güte, da sind ein paar seltsame Wörter in diesem Absatz

Momentan in der Preproduktion befindet sich eine Dokumentation, bei der Tabula Rasa Film nicht nur das erste mal als Produktionschirm dienen wird, der nicht unter meiner Regie steht, sondern auch das erste Mal in die Gefilde der Dokumentation die Fühler ausstreckt. Erster Ausgangspunkt waren Gespräche zwischen mir und STEPHAN HAIMERL, bei denen es zuerst um eine Neuerung des Imagevideos ging, dessen erste Fassung 2011 entstand. Von der kleinen Idee sind es oft nur kleine Schritte hin zur großen und plötzlich setzte man sich mit Berichten und Dokumentationen auseinander, die sich mit verschiedenen Problemen und Fragen der Daseinsberechtigung herumschlugen. Diese Fragen wurden mit einem Konzept beantwortet, welches THORSTEN SINGER, mit dem ich seit 2011 zusammenarbeite, für den Film „At work with Violet Moon“ verfasste, bei dem ich als Operator und Assistent tätig war.
So entstand ein gemeinsames Drehbuch, das Singer in der Regie und ich in der Produktion unter der Spirale von Tabula Rasa über 2015 hinweg umsetzen werden. Ein spannender Schritt, sowohl arbeitstechnisch, als auch inhaltlich, der uns hier erwartet. Es wird nicht nur die erste Doku, sondern auch den ersten nicht-Tibor-Baumann-Film sein, den Tabula Rasa Film so produzieren wird.
Wir werden gemeinsam Stephan Haimerl porträtieren, uns seiner Arbeit nähern und den vielen Arbeiten, denen er nachgeht, um seine Kunst, sich und seine Familie am Leben zu erhalten. Weitere Infos zu Form und Inhalt, werden über die nächste Zeit hinweg folgen.

Im März wird es noch eine völlig neue Form der Auseinandersetzung und der Arbeit mit Film geben. Beim anstehenden, 20. FILMFESTIVAL TÜRKEI/DEUTSCHLAND (13. -22. März 2015) werde ich in der KURZFILMJURY sein.
Die Anfrage kam Ende letzten Jahres und ich bin gespannt auf die Filme und das Festival, dass ich damit quasi von der anderen Seite der Theke erleben werde. So entstehen mit Sicherheit neue Berührungspunkte, einerseits mit der Filmwelt, andererseits mit Festivals an sich, die mir als Schaffender immer wie ein großer, hölzerner Richterhammer vorkommen, eingewickelt in Purpur und Glitzer. Wichtig und schön – und vollkommen unnahbar, ein wenig beängstigend und ein Teil dieser Olympvorstellung, dieser Verheisung des Dabei-Seins. Dabei sein ist nicht alles, aber alles was wir wollen.

Abgesehen vom Film, bewegt sich nun auch eine andere Arbeit(sform) in neue Bahnen. Da gibt es den Abschluss einer Textsammlung, die inhaltlich zusammenhängend, die ersten Prosageschichten, die für gut genug befunden wurden, zu einem Buch vereinen.
„Drei Minuten für jeden“ ist keine Kurzgeschichtensammlung sondern verbindet diese Texte zu einer Zusammenhängenden Erzählung, deren strukturelle Verbindung einen Roman der etwas anderen Art bilden.
Hierfür werden gerade die letzten Korrekturen vorgenommen und die Baumann-Brüder suchen in Gemeinschaftsarbeit mit Levent Özdil im Verbund nach dem richtigen Weg der Veröffentlichung.

Und das Schreiben bleibt im Fokus und wird sich ab März in Arbeit für und mit jemanden bewegen. Das Auftragsprojekt für Johann „Hansi“ Mühlbauer wird mich dieses Jahr begleiten und wird letztendlich als Buch einen völlig neue Arbeit hervorbringen: ein Auftragsbuch, eine Ghostwriter-Arbeit, die mich trotzdem als Autor nicht verstecken wird.
Genaueres wird auch hier in den nächsten Monaten folgen, wenn die Sache Form annimmt und man beginnt damit in die Öffentlichkeit zu gehen.

So haben sich also die ersten Schritte des Jahres verdichtet. Noch ist Raum für ein oder zwei Projekte. Und wie sich die letzten Jahre bewiesen haben, wird auch der verbliebene Raum sich füllen.
Die Frage „Was ist denn „nun‟?“ist damit der Verweis auf den Moment, kurz wie die Gegenwart und richtet sich durch Planung und Anbindung von der Vergangenheit in die Zukunft. Das “nun” verblasst von selbst. Wie ein flüchtiger Moment, der nur dazu da ist, auf die vielen Möglichkeiten und Anstrengungen und angestrebten Momente zu verweisen.
Nur muss versucht werden, die Gegenwart bei all den Momenten die sich unabänderlich aneinander Reihen nicht aus den Augen zu verlieren.
Wie ein guter Freund mir sagte: „No rest for the wicked.“
Also, nun: es gibt viel zu tun.

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